Interview mit der Fotografin Madlen Krippendorf


JB: Kannst Du Dich kurz vorstellen?

MK: Ich bin Madlen Krippendorf, 36 Jahre alt, geboren am 30.07.1982, aufgewachsen im Thüringer Wald, nach dem Abi für ein Jahr in Paris gewesen, hab an der Bauhaus-Uni in Weimar und am COFA in Sydney studiert, bis es mich dann vor ca  2.5 Jahren nach Berlin verschlagen hat.

 

JB: Wie kamst Du zur Fotografie?

MK: Kurz bevor ich mit 18  für ein Jahr nach Paris ging, hatte ich von meinen Eltern meine erste richtige Kamera bekommen – eine Canon EOS300. Das war es dann aber auch für lange Zeit. Ich habe mich dann während meines Urbanistikstudiums an der Bauhaus-Uni in Weimar zahllose Seminare in Design und Fotografie bei den anderen Fakultäten belegt. Ich war eigentlich immer sehr bemüht, dem Drang nicht nachzugeben und „was Vernünftiges“ zu machen, aber irgendwann kam der Tag an dem das nicht mehr ging.

 

JB: Mit welchen Kameras fotografierst Du?

MKIch arbeite im Normalfall mit einem Nikon-System. Höchstauflösend arbeite ich gerne mit Phase One. Aber eigentlich spielt die Kamera keine Rolle und ist oft abhängig davon, was der Kunde für Ansprüche an das Endprodukt hat.

JB: Gibt es ein Lieblingsmotiv? Wenn ja, warum dieses?

MK: In der Tat nicht, bzw wäre es morgen vermutlich ein anderes, als das heutige. Ich bin immer sehr kritisch mit meinen eigenen Arbeiten. Meine alten Fotos ermüden mich schnell, so dass ich nach einer Weile neue Bilder aufnehmen und die alten nicht mehr sehen will. Ich überlasse es daher lieber anderen sich ihre eigene Meinung zu bilden. Ich habe zwar den ein oder anderen Liebling, aber objektiv bin ich bei der Bewertung sicher nicht. Manchmal ist es auch einfach nur ein Moment, eine Erinnerung.

 

JB: An welchem/n Projekten arbeitest Du gerade?

MK: Aktuell sitz ich an der Planung zu einer Geschichte über die NGO stop!microwaste, die gegen die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik angehen. Diese hat zum Ziel mit Bildungsprogrammen, Forschungsarbeit und pragmatischen Lösungen – sogenannte STOP! Stationen – einen Beitrag zur Plastikvermeidung und -wiederverwertung zu leisten.

Demnächst werde ich mit dem Team für diverse Magazine für ein paar Tage nach Porto fliegen und sie u.a. in die Produktionsstätten begleiten.

Darüber hinaus sind aber auch einige Reisegeschichten mit einem befreundeten Journalisten in Planung, die allerdings noch nicht spruchreif sind…und über ungelegte Eier redet man ja bekanntlich nicht gerne.

Ich bin ziemlich intuitiv und das ist die Fotografie auch. Vielleicht liebe ich sie deswegen so sehr.

 

JB: Wie verdienst’ Du Dein Geld?

MK: Ich arbeite als freier Fotograf für Magazine. Meine Schwerpunkte liegen primär in den Bereichen Documentary, Lifestyle, People und Travel.

 

JB: Wo siehst’ Du Dich in 5 Jahren?

MK: Hoffentlich irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs, im Auftrag von XY.

JB: Was macht Dich glücklich?

MK: Es macht mich glücklich zu fotografieren, ein Motiv, einen Auftrag bestmöglich zu erarbeiten oder einzufangen. Ich brenne für jeden Job, den ich annehme. Ich bin ziemlich intuitiv und das ist die Fotografie auch. Vielleicht liebe ich sie deswegen so sehr.

JB: Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Madlen Krippendorf aus?

MK: Es gibt den typischen Tag, kein Tag ähnelt dem anderen…das ist es auch, was diesen Job so einzigartig macht.

 

JB: Was fällt Dir zu folgenden Stichwörtern ein?

Social media – Instagram…Fluch und Chance zugleich

Musik – gerade läuft Brenton Wood mit oogum boogum

Flow – mit den Aufträgen, unterwegs mit Finn, unserem Australian Shepherd, auf dem Rad

Vorbilder  Auf jeden Fall. Es gibt viele gute Fotografen aus unterschiedlichsten Gründen. Namen zu nennen finde ich allerdings immer etwas schwer. Es würde mir schwer fallen hier eine Art best of Liste zu machen. Generell könnte man aber sagen, die besten machen vor und nicht nach – oder sie klauen wenigstens zuerst. 

Inspiration – Inspiration ist überall. Meine Familie, mein Hund, Menschen und was sie tun, wie sie sich benehmen, was sie fühlen, ihre Freude, oder Musik, ein Song, Filme, Nachrichten, Dinge die ich im Vorbeifahren wahrnehme, aber das Arbeiten selbst. Es gibt immer und überall die Chance ein tolles Bild zu machen.

Abenteuer – Finn

Hier seht ihr noch mehr Arbeiten von Madlen: http://www.krippendorf.photo/