Interview mit dem Fotografen André Josselin

München – In einem gemütlichen vietnamesischen Restaurant im Glockenbachviertel: (Lesefaule können direkt zum Ende scrollen – da gibt’s den Podcast)

JB: André, schön, dass wir uns endlich einmal persönlich sehen. Erzähl uns doch erst einmal etwas von dir.

AJ: Mein Name ist André, 32 Jahre alt. Ich bin Fotograf und komme aus Köln. Ich mache ganz viel für Marken wie red bull, Nike, aber auch für Tourism Boards für Länder wie Australien oder Japan. Ich fotografiere viel nebenbei, bin in Städten unterwegs und natürlich auch viel draußen. Fotografieren ist meine große Passion. Neben dem Fußballspielen hatte ich nichts was mich so richtig begeistert hat. Dann fand ich die Fotografie.

 

André Josselin ist Fotograf und hat schon für die ganz großen Marken dieser Welt gearbeitet. JECKYBENG unterstützte er jüngst mit absolut bestechenden Bildern der PERKUNAS JACKET. Wir haben die Gelegenheit genutzt, mehr über Andre zu erfahren. Beispielsweise zeigt eines seiner zahlreichen Fotografien, einen alten Mann mit Katzenbabys. Das ist so rührend und es menschelt sogleich, obwohl es nur ein Abbild der Realität ist, dass als Antwort auf „wo siehst du dich in fünf Jahren?“ sagte: „Ich sehe mich einen Musiker, oder einen Politiker, eine charismatische Person, für einen Monat begleiten. Nicht um sein/ihr Privatleben zu fotografieren, sondern diesen Menschen hinter der Arbeit, während der Arbeit zu sehen und einzufangen.“

JB: Wie kamst Du zur Fotografie?

AJ: Ich hatte ein generelles Interesse an visuellen Dingen – ob Gemälde oder Fotografien. Mein Vater hatte viele Fotobücher, die ich oft durchgeblättert habe. So richtig angefangen hatte ich aber erst mit 22 oder 23 Jahren, als mein Vater eine alte Sony geschenkt bekam. Diese habe ich mir geschnappt und ich zog ein paar Tage damit rum um schlussendlich etliche Fotos zu machen. Da habe ich für mich gemerkt, dass mir die Fotografie unheimlich Spaß macht und so wurde das Bilderknipsen eine Leidenschaft. Jedoch wusste ich da noch nicht, dass ich damit jemals Geld verdienen würde.

JB: Wie ging es weiter?

AJ: Ich bin während meiner Ausbildung mit Klassenkameraden nach der Berufsschule durch Köln gezogen und wir haben einfach darauf los fotografiert. Die Anlässe waren oft einfach, dass jemand eine neue Kamera hatte und sich alle an ihr ausprobieren wollten. Ich muss dazu sagen, dass ich keine Fotografenausbildung gemacht habe. Mein Ausbildungsberuf ist Schauwerbegestalter. Das Auge für das Visuelle, wie Dinge angeordnet sind, wie sie gut aussehen, teilte ich jedoch mit meinen Klassenkameraden. Also zogen wir los und machten Fotos. Wir wollten einfach schöne Bilder machen. Nach und nach fotografierte ich auch andere Motive: Ich portraitierte Models – auf der Straße, im Studio. Gleichzeitig war ich an Fußball interessiert und noch an anderen Dingen, wusste aber nie so recht, wie ich alles miteinander verbinden sollte.

 

JB: Wie hast du es letztlich geschafft, die Dinge doch miteinander zu verbinden? Gelang es dir?

AJ: Social Media half mir dabei, alles miteinander zu verbinden. Da schreibt mir niemand vor, welche Motive ich hochladen soll. Ich konnte meine „Spaßprojekte“ einfach posten. Wenn die richtigen Leute, die wichtige Entscheidungen in Agenturen fällen, meine Social Media Inhalte sahen, wurde ich, mit etwas Glück, angefragt. Da geht es ja oft um ganz konkrete Projekte mit spezifischen Ideen für die Foto-Inhalte. Selbst wenn mein Portfolio nicht zu einem bestimmten Projekt passte, konnte sich jemand ein Bild von mir machen, welchen Stil ich habe, ob sich dieser nicht doch mit einem Projekt kombinieren lässt.

André Josselin ist Fotograf und hat schon für die ganz großen Marken dieser Welt gearbeitet. JECKYBENG unterstützte er jüngst mit absolut bestechenden Bildern der PERKUNAS JACKET. Wir haben die Gelegenheit genutzt, mehr über Andre zu erfahren. Beispielsweise zeigt eines seiner zahlreichen Fotografien, einen alten Mann mit Katzenbabys. Das ist so rührend und es menschelt sogleich, obwohl es nur ein Abbild der Realität ist, dass als Antwort auf „wo siehst du dich in fünf Jahren?“ sagte: „Ich sehe mich einen Musiker, oder einen Politiker, eine charismatische Person, für einen Monat begleiten. Nicht um sein/ihr Privatleben zu fotografieren, sondern diesen Menschen hinter der Arbeit, während der Arbeit zu sehen und einzufangen.“

JB: Wer war dann für dich der Türöffner?

AJ: Jemand bei Nike folgte mir auf Instagram und obwohl ich damals hauptsächlich nur weibliche Models portraitiert habe, sah jemand ein Potential für die Fußball-Abteilung. Da durfte ich dann tatsächlich Straßenfußballer in Köln portraitieren. Das gefiel auch Soccer Bible, die eine wahnsinnige Reichweite haben. Es gab von meinen Bildern für Nike ein Feature und Nike fand das natürlich auch toll. Deswegen luden sie mich zum Champions League Finale 2015 ein. Dort habe ich Jerome Boateng und Mario Gomez, Tiago und den dicken alten Ronaldo (André lacht) portraitiert. Das war so der Anfang.

Neben dem Fußballspielen hatte ich nichts was mich so richtig begeistert hat. Dann fand ich die Fotografie.

JB: Das klingt ja nach einem richtig guten Start. Wie ging es für dich weiter?

AJ: Es kamen erst einmal gar nicht so wirklich Folgeaufträge von anderen Kunden. Nike lud mich aber immer wieder ein. Das hat mich aber schon ziemlich gut vorangebracht. Die Qualität meiner Bilder veränderte sich, ich kam weg von den gestellten Bildern mit Models, hin zu dokumentarischer Fotografie. Irgendwann habe ich dann beschlossen einen Road Trip durch die USA zu machen und postete das auf Facebook. Das las jemand von Mercedes und kontaktierte mich um mir ein passendes Auto zur Verfügung zu stellen.

 

JB: Wie kamen die auf dich? Mit Autos hattest du ja bisher noch nichts am Hut.

AJ: Ich habe ohne Sponsor und ohne großen Hintergedanken viele Road Trips mit Freunden zusammen gemacht. Diese Reisen habe ich mit meiner Kamera dokumentiert und in meine Social Media Accounts hochgeladen. So kam es, dass jemand bei Mercedes 1 + 1 zusammenzählte und mich kontaktierte.

JB: Wie sah die Kooperation zwischen Dir und dem Autohersteller aus?

AJ: Ich bin mit einem schönen fahrbaren Untersatz 3 Wochen mit meiner Freundin in den USA unterwegs gewesen. Dabei schoss ich viele Bilder. Mercedes hatte zu dieser Zeit eine Content-Kampagne mit A$ap Rocky, die sich „Grow Up“ nannte. Ihnen gefiel meine authentische, dokumentarische Bildsprache so gut, dass sie diese als visuelle Konzeptvorlage für die Kampagne verwendeten. Natürlich waren die Bilder für die Kampagne noch einmal aufwendiger produziert. Mercedes war somit das endgültige Sprungbrett um sich für den Markt interessant zu machen.

JB: Nun sitzen wir zusammen, weil du Jeckybeng x Sea Shepherd unterstützt. Du hast ein paar wirklich atemberaubende Bilder für uns gemacht. Warum eigentlich?

AJ: Es ist toll Erfolg zu haben und es ist auch super, dass ich eine inzwischen massive Reichweite über die sozialen Medien habe. Natürlich gehört Talent dazu, aber noch mehr Glück. Mir folgen viele Menschen und ich kann, wenn ich denn wollte, Andere mit meiner Meinung beeinflussen, oder mindestens auf etwas aufmerksam machen. Damit geht eine gewisse Verantwortung einher, wie ich finde. Es ist zwar toll Modelle zu fotografieren, meine Reisen, Dokumentationen und das dann zu posten. Aber es verliert schnell an Wert, wenn ich es ausschließlich allein dafür mache, mich und meine Fertigkeiten zu inszenieren. Warum also nicht die Reichweite für einen guten Zweck und einen höheren Sinn nutzen?

JB: Ein schönes Schlussplädoyer. Vielen Dank für deine Zeit!

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und hier der besagte Podcast:

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